Kennst du die Werbung, in der die dreifache Familienmama morgens voller Energie aus dem Bett springt, nach fünf Minuten top gestylt und gut gelaunt das Frühstück für die ganze Familie zubereitet und später im Job souverän jede Herausforderung meistert? Natürlich ist das ganze Haus dabei tipptopp aufgeräumt und blitzsauber.
Ein Traum? Wohl eher ein Märchen. Denn die Realität sieht oft ganz anders aus.
Du wachst morgens auf und bist schon müde, bevor der Tag überhaupt begonnen hat. Dein Kopf ist noch voller als deine To Do-Liste, dein Energie-Akku dafür im tiefroten Bereich.
Du fühlst dich nur noch erschöpft und gereizt und irgendwo zwischen Einkauf, Job und Bügelwäsche fragst du dich: „Was mache ich bloß falsch? Früher habe ich das doch auch alles geschafft.“
Warum Stress, Schlafmangel & Co. nur die halbe Wahrheit sind
Wahrscheinlich hast du schon einmal gegoogelt, was es mit deiner permanenten Energielosigkeit auf sich haben könnte?
Als mögliche Ursachen findest du dann häufig Schlafmangel, Stress aber auch Burnout oder chronisches Erschöpfungssyndrom.
Auffällig dabei ist, dass Stress nicht nur als eigenständige Ursache für die Erschöpfung, sondern auch als vorausgehende Ursache für Schlafmangel und Burnout genannt wird. Die Symptome überschneiden sich auch tatsächlich:
- Immer müde trotz ausreichend Schlaf
- ständige Gereiztheit und dünne Nerven
- Konzentrationsproblem und Vergesslichkeit
- innere Unruhe und Anspannung
Vielleicht nickst du gerade innerlich, weil du in letzter Zeit wirklich viel Stress hattest. Und tatsächlich kann Stress eine Ursache dafür sein, dass du dich ständig erschöpft und gereizt fühlst. Wie sich Stress auf deinen Schlaf auswirkt, habe ich in meinem Artikel „Müde trotz genug Schlaf – warum dein Akku ständig leer ist“ schon genauer erklärt.
Musst du also nur deinen Stress reduzieren und mehr entspannen?
Oder einfach abwarten, bis der Stress vorbei ist und wieder ruhigere Zeiten einkehren?
Theoretisch wäre das möglich. Wenn der Stress durch äußere Umstände wie bei einem Umzug, kurz vor einer Prüfung oder ähnlichem verursacht wird. Dann ist es in der Regel eine zeitlich befristete Ausnahmesituation.
Viel häufiger wiederholen sich aber typische Stress-Situationen wie bei einem Deja Vue.
- Es sind häufig dieselben Personen beteiligt.
- Es sind die gleichen Themen.
- Und die immer gleichen Gedanken.
Die wichtige Frage, die du dir stellen solltest, lautet deshalb: Was lässt dich immer wieder in dieselbe Stressfalle tappen?
Wenn du ehrlich zu dir bist, wirst du feststellen: Es sind nicht nur die äußeren Umstände.
Es ist oft dein eigenes Verhalten in diesen Situationen. Und genau dieses Verhalten läuft in vielen Momenten nicht bewusst ab, sondern automatisch.
Ich kenne das übrigens aus eigener Erfahrung. Und als es mir zum ersten Mal bewusst wurde, dachte ich spontan.
„Mensch Caro, du läufst ja voll auf Autopilot.“
Die Metapher vom Autopiloten trifft den Kern des Problems perfekt. Aber was ist eigentlich dieser Autopilot, der unser Verhalten ständig steuert?
Leben auf Autopilot – Energiesparmodus mit Stressgarantie
Wir treffen jeden Tag ca. 20 000 Entscheidungen. 1 Kannst du dir das vorstellen?
Bei dieser riesigen Anzahl macht es Sinn, dass wir in Standardsituationen nicht bewusst nachdenken, sondern auf bewährte Reaktionsmuster zurückgreifen.
Der amerikanische Psychologe Daniel Kahnemann beschreibt in diesem Zusammenhang zwei Arten des Denkens:
1) Das schnelle System 1, das instinktiv und emotional entscheidet und
2) das logische, aber langsamere System 2, das die Dinge durchdenkt, bevor es entscheidet. 2
Du kannst dir diese zwei Systeme wie bei einem Flugzeug vorstellen:
System 1 entspricht dabei dem Autopiloten. Wenn dieser aktiv ist, laufen vorprogrammierte Routineprogramme ab.
Unter Standardbedingungen arbeitet dieses ist dieses System energie- und ressourcensparend und reagiert schnell und zuverlässig.
System 2 entspricht dem Piloten, der das Flugzeug durch bewusste Entscheidungen steuert und dadurch sicher ans Ziel bringen. Auch wenn unvorhergesehene Ereignisse auftreten.
Denn stell dir einmal vor, der geplante Zielflughafen ist gesperrt aber der Autopilot ist weiter aktiv. Er trifft weiter alle Entscheidungen so, dass das Flugzeug an den jetzt gesperrten Zielflughafen fliegt.
In diesem Moment wird der Autopilot zum Problem.
Und genau das passiert auch in deinem Alltag. Dein innerer Autopilot ist ständig aktiv und steuert dein Verhalten.
Das ist wirklich clever, denn bewusstes Nachdenken kostet Zeit und viel Energie.
Ein Verhalten, das mehrmals zu einem erwünschten Ergebnis geführt hat, wird deshalb als Programm im Autopiloten abgespeichert. So kann dein System jederzeit schnell darauf zurückgreifen und wertvolle Entscheidungsenergie sparen.
Das Problem dabei: Die positiven Effekte sind meistens nur kurzfristig.
- Du vermeidest Streit, indem du nachgibst.
- Du bekommst Anerkennung, wenn du Leistung bringst.
Auf lange Sicht schaden dir viele dieser Programme jedoch mehr, als sie nützen.
Sind aber so fest verankert, dass sie trotzdem immer wieder ablaufen. Und dein Autopilot dich dadurch zuverlässig immer wieder an den gleichen Zielort bringt: Tiefer in die Stress-Spirale.
Das muss aber nicht sein. Du kannst das ändern und wieder selbst entscheiden, wie du dich verhalten willst.
Der erste Schritt hierfür ist, deinen Autopiloten überhaupt zu erkennen.
Deshalb lass uns jetzt genauer anschauen, woran du erkennst, dass du „auf Autopilot läufst“.
3 typische Anzeichen, dass du auf Autopilot läufst

1) Du reagierst, statt vorausschauend zu entscheiden
Mal ganz ehrlich: Wie oft handelst du, ohne darüber nachzudenken, was du gerade tust?
Danach fragst du dich meistens: „Warum habe ich es schon wieder getan?“
- Zum Beispiel der Griff zum Schokoriegel oder der Zigarette unter Stress.
- Oder das „Ja“ zu einer Bitte, obwohl du dir geschworen hast, das nächste Mal garantiert „Nein“ zu sagen.
Wenn du das Gefühl hast, keine echte Kontrolle über deine Entscheidungen zu haben, wenn es sich anfühlt wie ferngesteuert:
Dann ist das ein sicheres Anzeichen dafür, dass dein Autopilot die Kontrolle übernommen hat.
2) Du weißt, was dir guttun würde – tust es aber nicht
Stattdessen entscheidest du dich immer wieder für das, was sich in diesem Moment einfacher anfühlt.
- Statt dir eine Pause zu gönnen, holst du dir die fünfte Tasse Kaffee.
- Du hältst an alten Beziehungen fest, obwohl du schon lange merkst, dass sie dir nicht guttun.
Das Problem ist nicht das fehlende Wissen. Das Problem ist, dass unser Gehirn bekannte Dinge und Situationen mich Sicherheit und Stabilität gleichsetzt.
Unbekanntes erzeugt oft Unsicherheit und Angst.
Routinen und Gewohnheiten zu verändern, erfordert außerdem Zeit, Energie und Geduld.
Deshalb bleiben lieber bei dem, was wir kennen und was sich vertraut anfühlt, anstatt neue Wege zu gehen.
Auch, wenn wir uns dadurch die Chance auf positive Veränderungen nehmen.
3) Du übergehst die Warnsignale deines Körpers
Wir empfinden sie als lästiges Übel. Dabei sind die Warnsignale deines Körpers ein Hilferuf und eine Aufforderung, besser auf dich zu achten:
- Verspannungen, häufig begleitet von stechenden Kopfschmerzen
- bleierne Müdigkeit bis hin zur Erschöpfung
- Konzentrationsprobleme, Vergesslichkeit, Stimmungsschwankungen
- Verdauungsprobleme, Heißhunger oder Appetitlosigkeit
Vielleicht nimmst du sie gar nicht mehr wahr oder ignorierst sie bewusst und machst einfach weiter.
Gedanken wie "Ich kann jetzt keine Pause machen!" oder "Ich muss erst noch..." laufen in Dauerschleife.
Wenn du dich bei diesen Gedanken ertappst, obwohl dein Körper längst SOS-Signale sendet, läufst du wahrscheinlich schon viel zu lange auf Autopilot.
Mal ganz ehrlich: Wahrscheinlich hast du mehr als eines der Anzeichen bei dir wiedererkannt. Und natürlich möchtest du jetzt auch wissen, was du tun kannst, um deinen Autopiloten zu beenden.
Vielleicht hast du auch schon erkannt, dass es so nicht weitergehen kann und versucht, mit Achtsamkeitsroutinen und Entspannungsmethoden mehr für dich und deine Gesundheit zu tun.
Aber obwohl du dich wirklich bemühst, fällst du immer wieder in die alten Muster zurück.
Genau hier liegt das eigentliche Problem.
Warum sich deine Erschöpfung nicht einfach „wegentspannen“ lässt
Wenn Stress immer wieder als Ursache für Müdigkeit und Erschöpfung genannt wird, warum helfen Entspannungsmethoden dann nicht oder nur kurzfristig?

Die Antwort lautet schlicht: Weil du nur ein Symptom behandelst.
Achtsamkeit hilft dir zwar, deinen Autopiloten zu erkennen. Und Entspannungsmethoden helfen dir, kurzfristig herunterzufahren.
Aber dadurch änderst du nichts an der Ursache: Den unbewussten Programmen, die zuverlässig weiter ablaufen.
Das ist, wie wenn du bei einem Beinbruch ein Schmerzmittel nimmst. Die Schmerzen lassen nach. Vielleicht kannst du sogar gehen.
Aber sobald die Wirkung des Schmerzmittels nachlässt, kommen die Schmerzen zurück. Und weil du dein Bein nicht geschont hast, konnte es nicht heilen. Die Ursache bleibt also weiter bestehen.
Außerdem reicht eine Wellnessmassage, ein Saunawochenende oder einfach mal länger schlafen nicht aus, um deine Akkus aufzuladen wenn du schon völlig erschöpft bist.
Du musst also an anderer Stelle ansetzen, wenn du dich dauerhaft von der Erschöpfung befreien möchtest. Direkt an der Ursache – den unbewussten Mustern.
Raus aus dem Automatismus
Direkt an den Ursachen ansetzen klingt logisch. Aber wie kannst du das tun, wenn der Autopilot doch unbewusst abläuft?
Den ersten Schritt hierfür kennst du schon: achtsames Wahrnehmen
Achte in den nächsten Tagen bewusst darauf, wann dein Autopilot anspringt. Und zwar ohne dein Verhalten zu beurteilen. Es geht jetzt nur darum, das unbewusste bewusst zu machen.
Denn nur was bewusst ist, kann verändert werden.
Im zweiten Schritt geht es um Alternativen: Wie würdest du dich gerne in dieser Situation verhalten?
- Schreib es dir auf.
- Schließ die Augen und stell dir den idealen Ablauf bildlich vor.
- Überleg dir ganz konkret, was du sagen möchtest. Und auch wie du es sagen möchtest. Dann sprich diese Sätze immer wieder laut aus.
Das mag sich am Anfang etwas seltsam anfühlen, aber auf diese Weise übst du deine neue Strategie. Du kannst dann in der nächsten Situation viel leichter auf das neue Verhaltensmuster zurückgreifen.
Der vielleicht wichtigste Schritt ist aber: Üben, üben, üben!
Du erlernst nicht nur ein neues Verhaltensmuster – du überschreibst ein altes.
Wahrscheinlich wirst du das ein oder andere Mal noch in altgewohnte Muster zurückfallen.
Das ist völlig normal.
Es kann Wochen oder Monate dauern, bis ein neues Verhalten zur Gewohnheit wird und automatisch abläuft. Dabei hat auch jede Person ihr ganz eigenes Tempo. 3
Du brauchst Zeit und vor allem auch Geduld und Nachsicht mit dir.
Aber es gibt auch einen anderen Weg, der nicht nur über dein Bewusstsein ansetzt, sondern direkt dort, wo deine inneren Programme gespeichert sind: in deinem Unterbewusstsein
Der schnellere Weg zur Veränderung: Hypnose
Dein Unterbewusstsein ist der Ort, an dem deine automatisierten Verhaltensweisen abgespeichert sind. Aber auch alle Erlebnisse und die damit verbundenen Erfahrungen und Gefühle sind hier gespeichert.
Dadurch kannst du in jeder Situation blitzschnell auf frühere Erfahrungen zurückgreifen und die jeweils passenden Programme abrufen.
In Hypnose kannst du neue Verhaltensweisen durchspielen. Auch wenn es nur in deinen Gedanken stattfindet, fühlt es sich für dich wie real an.
Neue Bilder und Gedanken werden leichter akzeptiert. Zum Beispiel, dass es OK ist Nein zu sagen. Oder dass du im nächsten Gespräch mit dem Chef selbstbewusst und souverän reagierst.
Du bekommst Zugang zu deinen Fähigkeiten und neuen Lösungsansätzen, die dir im Alltag oft gar nicht bewusst sind.
Und genau das macht den Unterschied: Du hast den direkten Zugang zu deinen inneren Prozessen.
Dein gewünschtes Verhalten wird schneller abgespeichert und kann die alten Programme ersetzen. 4
Statt also immer wieder bewusst gegen alte Muster anzukämpfen, gibst du deinem Autopiloten quasi ein „Update“.
Das bedeutet aber nicht, dass sich mit Hypnose von heute auf morgen alles verändert. Denn auch hier darfst du achtsam sein und bewusst entscheiden, wie du dich verhalten möchtest. Aber Hypnose macht es möglich, dass du diese freie Wahl hast.
Und dass du dadurch wieder selbst zum Piloten deines Lebens wirst.
Fazit
Viele Frauen kennen das Gefühl, morgens schon erschöpft aufzuwachen und fragen sich, woran das liegen könnte.
Häufig werden Schlafmangel und Stress als Ursachen genannt. Diese Erklärungen greifen aber meist zu kurz. Sie betrachten zwar einen Teil des Problems, ignorieren aber die tieferliegenden Ursachen dahinter.
Stress entsteht häufig nicht durch äußere Umstände, sondern durch Verhaltensmuster, die völlig automatisiert ablaufen, ohne dass du es bewusst merkst. Du läufst "auf Autopilot".
Dieser Autopilot ist grundsätzlich sinnvoll. Er hilft dir, im Alltag schnell zu reagieren und spart Zeit und Entscheidungsenergie.
Langfristig führt er dich aber immer wieder zurück in die Stressspirale.
Du erkennst ihn daran, dass du
- reagierst, statt bewusst zu entscheiden.
- zwar genau weißt, was dir guttun würde, es trotzdem nicht tust.
- die Warnsignale deines Körpers ignorierst.
Achtsamkeitsroutinen und Entspannungsmethoden können dir kurzfristig helfen, ändern aber nicht die Programme, die im Hintergrund weiterlaufen. Du brauchst einen Ansatz, der tiefer geht und deinen Autopiloten neu programmiert. Das kannst du auf zwei Wegen erreichen:
1) Indem du beginnst, die automatisierten Muster bewusst wahrzunehmen, neue Verhaltensweisen zu entwickeln und diese immer wieder zu üben, bis sie sich festigen.
Das braucht Zeit, Geduld und deine Bereitschaft, dranzubleiben, auch wenn du zwischendurch wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällst.
2) Indem du mit Hypnose direkt dort ansetzt, wo die Programme deines Autopiloten gespeichert sind: im Unterbewusstsein. So fällt es dir leichter, neue Verhaltensweisen zu verankern und aus der Stressspirale auszusteigen.
Wenn du merkst, dass du alleine nicht weiterkommst und dir Unterstützung wünschst, dann lass uns das gemeinsam angehen.
Buche dir hier deinen Wunschtermin für ein kostenfreies Infogespräch. Ich zeige dir gerne, wie Hypnose auch dir helfen kann, aus der Stressspirale auszusteigen.
Quellen:
1) Pöppel, E. (2008). Zum Entscheiden geboren: Hirnforschung für Manager. Hanser.
2) Kahnemann, D. (2016). Schnelles Denken, langsames Denken. Pantheon.
3) Solis-Moreira, J. (2024, 24. Januar). How Long Does It Really Take to Form a Habit? Scientific American. https://www.scientificamerican.com/article/how-long-does-it-really-take-to-form-a-habit, abgerufen am 24.4.2026.
4) Revenstorf, D. (2012). Hypnotherapie und Verhaltenstherapie. In Batral, A., Wassermann, R. & Buchkremer, G. (Hrsg.), Verhaltenstherapie. Grundlagen – Methoden – Anwendungsgebiete (4., vollständig überarbeitete Auflage, S. 301). Thieme.





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