Innere Antreiber: Wie sie deinen Stress verstärken und was dir wirklich hilft

Raus aus dem Dauerstress

„Perfektionisten haben’s schwer“

Das hat mir ein Mitschüler in meine Abizeitung geschrieben. Und er hatte damit absolut recht.

Da ist eine Stimme in meinem Kopf, die immer wieder nörgelt: „Das ist noch nicht gut genug. Das kannst du besser machen!

Oft mischt sich auch eine andere Stimme ein: „Streng dich doch einfach mehr an. Dann klappt das auch.

Und wenn ich versuche, die beiden zu ignorieren, betritt Stimme Nummer 3 die Bühne und ergreift Partei: „Stell dich nicht so an! Zähne zusammenbeißen und weitermachen!“ 

Ich bin mir sicher, du kennst diese Stimmen auch. 

Vielleicht sagt deine Stimme auch „Jetzt bitte keinen Streit anfangen. So wichtig ist das doch nicht.“ 

Oder sie fordert „Beeil dich! Du musst das noch schnell fertig machen.

Jeder von uns kennt mindestens eine dieser Stimmen. Und auch wenn die meisten sie gar nicht mehr bewusst wahrnehmen: Sie sind unsere inneren Antreiber. Sie beeinflussen unser Leben. Und sorgen häufig für (unnötigen) Stress.

Wir denken, das ist normal. 

Und vielleicht denkst auch du gerade: "Ich bin halt so. Da kann ich nichts machen."

Dann kommt hier die gute Nachricht: Du kannst diese Stimmen beeinflussen. Du kannst ihnen sogar Redeverbot erteilen, wenn du das möchtest. 

In diesem Artikel zeige ich dir

  • Was innere Antreiber sind.
  • Wie du sie in deinem Alltag erkennst.
  • Und was du tun kannst, damit sie dich nicht mehr kontrollieren, sondern ab jetzt unterstützen.

Also lass uns keine Zeit verlieren und direkt mit der wichtigsten Frage starten.

Was sind innere Antreiber

„Reiß dich zusammen!“

„Sei doch nicht immer so empfindlich!“

„Du musst dich halt mehr anstrengen.“

„Ein braves Kind gibt keine Widerworte“

Innere Antreiber sind kritische Anweisungen, die wir in unserer frühen Kindheit von Bezugspersonen - meistens den Eltern – gehört und unzensiert übernommen haben. 

Wir haben damals gelernt: Wenn wir uns so verhalten, wie es von uns gefordert wird, dann sind wir „richtig“. Dann bekommen wir Aufmerksamkeit. Dann werden wir geliebt.

Daraus entsteht eine einfache Wenn-Dann-Regel: „Wenn ich mich so verhalte, dann bin ich OK“

Durch diese einfache Regel wussten wir auch, wie wir uns in neuen Situationen verhalten mussten. Sie gab uns Sicherheit und hat unsere Grundbedürfnisse nach Zugehörigkeit und Liebe befriedigt. 

Im Laufe der Jahre wurde die durch unsere Erfahrungen immer wieder als richtig bestätigt und dadurch gefestigt. Die Stimme der Bezugsperson wurde dadurch zu unserer eigenen inneren Stimme. Wenn die inneren Antreiber die Führung übernehmen und das Denken und Handeln kontrollieren, schränken sie uns immer mehr ein und verhindern persönliche Weiterentwicklung und Wachstum. 1

Deep Dive: Antreiber in der Transaktionsanalyse

Das Konzept der Antreiber stammt aus der Transaktionsanalyse, die in den 1950er und 60er Jahren vom amerikanischen Psychiater Eric Berne entwickelt wurde. Nach Berne besitzt jede Person drei Ich-Zustände: 2

Eltern-Ich (El-Ich)
Das Eltern-Ich ist das moralische Ich.
Hier sind Regeln, Prinzipien und Werte abgespeichert, die wir von Bezugspersonen übernommen haben und die als positiv und gesellschaftlich erwünscht angesehen werden. 
Diese Informationen dienen uns in Situationen, in denen unsere eigenen Erfahrungen nicht ausreichend sind, als Leitlinie für unser Verhalten. 

Erwachsenen-Ich (Er-Ich)
Das Erwachsenen-Ich ist das bewusste, rationale Ich.
Hier werden im Laufe des Lebens eigene Erfahrungen mit den täglichen Herausforderungen des Lebens gespeichert, die bei Bedarf abgerufen werden.

Kind-Ich (Ki-Ich)
Schon von Geburt an haben wir Gefühle und Emotionen und verknüpfen diese mit den jeweils auslösenden Reizen. Diese gefühlsmäßigen Reaktionen werden auch heute noch in ähnlichen Situationen abgerufen.
Das Kind-Ich ist somit das Gefühls-Ich

Innere Antreiber sind kritische Botschaften von Bezugspersonen, die in der Kindheit verinnerlicht und im kritischen Eltern-Ich abgespeichert wurden. Im Erwachsenenalter werden diese Antreiber bei Mehrbelastung und Stress wieder aktiviert. 

Da Antreiber eng mit dem Selbstwertgefühl verknüpft sind, wird aus einem „Ich bin Ok, wenn …“ häufig ein „Ich bin nur OK, wenn…. (ich z. B. perfekt bin)." 3

💡 Das musst du wissen: Du bist nicht deine inneren Antreiber. 

Deine Antreiber sind Verhaltensregeln aus deiner Kindheit, die du verinnerlicht hast. Und die immer wieder unbewusst ablaufen. 

Das muss aber nicht so bleiben, denn

  • was bewusst ist, kannst du verändern.
  • was du gelernt hast, kannst du aber auch wieder „verlernen“.

Und dadurch deine inneren Antreiber zähmen.

Lass uns deshalb zuerst einmal die Frage klären, wie du deine(n) Antreiber erkennst.

So erkennst du deine Antreiber

Das Konzept der Antreiber wurde von dem amerikanischen Psychologen Taibi Kahler und seinen Mitarbeitern entwickelt. Er untersuchte mit seinen Mitarbeitern Verhaltenssequenzen und fand 5 typische Antreibermuster, die sich in spezifischen Wortverwendungen, Mimik Gestik, Körperhaltung, Stimme und Wortwahl zeigten. 

Vielleicht erkennst auch du dich in einem davon sofort wieder? 3 4

1) Sei perfekt -> Perfektionistin

  • Typische Gedanken und Sätze: Wenn ich etwas mache, dann richtig. Halben Sachen gibt es bei mir nicht. Ich darf keine Fehler machen! Ich bin noch nicht gut genug!
  • Stärken dieses Antreibers: Die Perfektionistin arbeitet korrekt und akkurat. Sie besitzt Ehrgeiz und Sinn für Qualität. Sie ist gut organisiert, kann sehr gut koordinieren und ist daher auch effektiv.
  • Hier wird es kritisch: Vorschläge werden von der Perfektionistin häufig als negative Kritik aufgefasst. Sie verlangen Perfektionismus und Vollkommenheit nicht nur von sich, sondern auch von anderen. Es fehlt ihnen an Kreativität und Gelassenheit.

2) Beeil dich -> Die Rastlose

  • Typische Gedanken und Sätze: Ständig in Bewegung und immer auf Trab – das bin ich. Ich mache oft mehrere Dinge gleichzeitig. Ich muss mich beeilen, sonst schaffe ich es nicht rechtzeitig. Bloß keine Zeit verschwenden!
  • Stärken dieses Antreibers: Die Rastlose kann viele Dinge in kurzer Zeit erledigen. Sie hat eine hohe Auffassungsgabe, ist effektiv und zielorientiert.
  • Hier wird es kritisch: Die Rastlose wird schnell ungeduldig. Es besteht die Gefahr, dass sie Termine nicht einhält und Fehler macht. Die Rastlose kann außerdem nur schwer entspannen.

3) Streng dich an -> Kämpferin

  • Typische Gedanken und Sätze: Ohne Fleiß keinen Preis. Das Leben ist hart und Erfolg muss man sich hart erarbeiten. Nur, was schwierig ist, ist wertvoll. Reiß dich zusammen! 
  • Stärken dieses Antreibers: Die Kämpferin eignet sich ideal, auch schwierige Projekte in Gang zu bringen. Sie zeigt Initiative und Ausdauer und geht neue Aufgaben mit der Bereitschaft an, viel Fleiß und Schweiß zu investieren.
  • Hier wird es kritisch: Die Kämpferin setzt keine Prioritäten und arbeitet dadurch zu viel. Nicht das Ergebnis zählt, sondern die Anstrengung, die nötig war. Spaß hat dabei keinen Platz. 

4) Mach es allen recht  -> Die Angepasste

  • Typische Gedanken und Sätze: Ich kann einfach nicht nein sagen. Es ist mir wichtiger, akzeptiert zu werden als meine eigenen Interessen durchzusetzen. Positive Rückmeldungen sind mir sehr wichtig. Bloß kein Streit! Immer freundlich sein!
  • Stärken dieses Antreibers: Die Angepasste ist ein wertvolles Mitglied für jedes Team. Sie fördert Harmonie und Zusammenhalt und hat ein sehr gutes Gespür für zwischenmenschliche Beziehungen.
  • Hier wird es kritisch: Der Angepassten fällt es schwer, sich abzugrenzen und ihren eigenen Standpunkt zu vertreten. Sie fühlt sich häufig unsicher und kann schlecht Nein sagen. 

5) Sei stark -> die Starke

  • Typische Gedanken und Sätze: Ich schaffe das alleine. Wie es in mir drinnen aussieht, geht niemanden etwas an. Mich erschüttert so leicht nichts. Zähne zusammenbeißen und weitermachen! Nur keine Blöße zeigen.
  • Stärken dieses Antreibers: Die Starke bewahrt selbst kritischen Situationen die Ruhe. Sie hat den Mut, unbequeme Entscheidungen zu treffen, ist selbstständig und arbeitet engagiert und zuverlässig.
  • Hier wird es kritisch: Die Starke fragt nicht nach Hilfe, sondern löst ihre Probleme lieber selbst. Sie zeigt ihre Gefühle nur ungern und verbirgt sie lieber hinter einer Maske. 

💡 Das musst du wissen: Du hast nicht nur einen inneren Antreiber.

Viel wahrscheinlicher ist es, dass mehrere Antreiber gleichzeitig wirken. Einer davon ist oft besonders dominant. Das ist dein Hauptantreiber, der sich in stressigen Situationen häufig besonders deutlich zeigt.

Wenn du dich gerade in mehreren Antreibern wiedererkennst und nicht genau weißt, welcher Antreiber dich am stärksten steuert, dann mach jetzt das Energieräuber-Quiz. 

Finde heraus, welcher Antreiber dich dominiert und wie du ihn zu deiner persönlichen Stärke machst.

Wie Antreiber Stress verstärken

Stress entsteht, wenn du dich einer Situation nicht gewachsen fühlst. Zum Beispiel wenn du zu viele Aufgaben zu erledigen hast, der cholerische Chef Unmögliches von dir fordert, dein Job in Gefahr ist oder es ständig Streit mit der Schwiegermutter gibt. 

Der Stress entsteht dabei aber nicht durch die Situation an sich, sondern durch deine innere Bewertung. Durch die negativen Konsequenzen, die du erwartest. 

Dein rationales Erwachsenen-Ich ist in dieser Situation überfordert. Es hat keine Lösung parat und fragt verzweifelt „Was soll ich nur tun?“ 

In diesem Moment springt dein Antreiber mit seiner einfachen „Wenn-Dann-Logik“ ein. Er weiß was zu tun ist und gibt dir eine scheinbar einfache Lösung für dein Problem.

„Wenn du alles perfekt machst, dann ist auch dein Chef mit dir zufrieden.“

„Wenn du einfach schneller arbeitest, schaffst du es auch, alles zu erledigen.“

„Gib einfach nach, dann vermeidest du Streit.“

Das Ergebnis fällt zuerst auch positiv aus:

  • Wenn du alles perfekt machst, bietest du keine Angriffsfläche für Kritik.
  • Wenn du immer nachgibst, vermeidest du Konflikte.
  • Wenn du Tag und Nacht durcharbeitest, um die Deadline einzuhalten, ist dir Lob und Anerkennung sicher.

Diese Erfahrung bestätigt wieder deinen Antreiber: So bin ich OK.

Auf lange Sicht aber verstärken Antreiber deinen Stress:

Grafik zur Antreiberdynamik bei Stress: Innere Antreiber beeinflussen Verhalten, verstärken Stress und führen zu Überforderung und Erschöpfung

Dein Antreiber läuft automatisch und unbewusst ab. Er fordert 100%ige Erfüllung – auch wenn es in der aktuellen Situation nicht angemessen ist. 

Wenn sich der Einfluss deines Antreibers nicht mehr nur auf einen bestimmten Aspekt beschränkt – z. B. im Job perfekte Ergebnisse zu liefern – sondern sich auf alle Bereiche deines Lebens ausweitet, setzt du dich selbst immer mehr unter Druck: Noch perfektere Ergebnisse liefern! Noch schneller sein! Noch härter arbeiten! Es allen und jedem recht machen! Noch mehr Stärke zeigen! 

Die Folgen davon sind Überforderung, Selbstausbeutung und schließlich Erschöpfung. 

Es ist außerdem unmöglich, deinen Antreiber zu 100% zu erfüllen.  Ganz egal wie sehr du dich anstrengst. Du kannst es nicht allen Menschen recht machen. Auch du brauchst manchmal UnterstützungFehler passieren. Das führt zur Überzeugung, dass du noch angepasster, noch stärker, noch perfekter, etc. sein musst, um „OK“ zu sein. 5

Die inneren Antreiber stehen häufig auch im Kontrast zu deinen eigenen Wünschen und Bedürfnissen. Du wünschst dir vielleicht mehr Zeit nur für dich. Dein Antreiber fordert aber mehr Leistung, mehr Stärke, mehr Anpassung. Folgst du deinem Antreiber, entsteht eine innere Zerrissenheit zwischen Wunsch und Wirklichkeit. Folgst du ihm nicht, entsteht das Gefühl, „nicht gut genug“ oder „nicht OK“ zu sein.

Du versuchst, Stress also mit genau dem Verhalten zu lösen, das ihn immer weiter verstärkt.

💡 Das musst du wissen: Deine Antreibermuster laufen automatisch und unbewusst ab. 

Du hinterfragst sie nicht, sondern reagierst einfach. Solange dir deine Antreiber nicht bewusst sind, steuern sie dich. Du läufst wie auf Autopilot.

Wenn deine Antreiber unkontrolliert wirken, entsteht ein Kreislauf, der dich bis in die Erschöpfung oder den Burnout führen kann. Das muss aber nicht sein.

Lass uns deshalb jetzt herausfinden, was du jetzt wirklich brauchst. 

Das wohlwollende Eltern-Ich aktivieren: Erlauber

Dein kritisches Eltern-Ich mit seinen Antreibern hast du bereits kennengelernt. 

Jetzt wird es Zeit, auch die andere Seite dieses Ich-Zustandes kennenzulernen. Dein wohlwollendes Eltern-Ich.

Dein wohlwollendes Eltern-Ich ist fürsorglich, verständnisvoll und mitfühlend. Es tröstet, ermutigt, umsorgt und unterstützt dich. Seine Botschaften sind die „Erlauber“. Sätze, die deine Antreiber relativieren und entschärfen. 2

Aus der rigiden „Ich bin nur OK, wenn…“-Regel wird eine „Ich bin auch OK, wenn ich nicht…“-Erkenntnis.

Hier sind einige Beispiele für Erlauber aus dem wohlwollenden Eltern-Ich.

AntreiberErlauber
Sei perfekt!Ich darf auch Fehler machen und daraus lernen. Gut ist gut genug. Ich bin gut genug. 
Beeil dich!Ich darf mir Zeit nehmen und auch Pausen machen. Ich darf mir die Zeit geben, die ich brauche. Ich darf meinen Rhythmus berücksichtigen und selbst entscheiden, ob und wann ich mich beeile.
Streng dich an!Ich darf es mir angenehm und leicht machen. Auch wenn es leicht geht, ist es wertvoll. Ich darf an der Arbeit auch Spaß haben und meine Erfolge genießen.
Mach es allen recht!Meine Bedürfnisse und Wünsche sind ebenso wichtig und ich darf sie achten und äußern. Ich darf mich anderen zumuten – andere tun es ja auch. Ich muss nicht bei allen beliebt sein.
Sei stark!Ich darf auch Schwäche zeigen. Gerade wenn ich Gefühle zeige, bin ich wirklich stark. Ich darf mir Unterstützung und Hilfe holen.

Ich weiß aus eigener Erfahrung: Am Anfang fühlen sich diese Erlaubnis-Sätze noch sehr ungewohnt an. 

Vielleicht war dein erster Gedanke beim Lesen auch „Das kann ich doch nicht machen.“

Dir selbst die Erlaubnis zu geben, fällt am Anfang oft noch schwer. Das ist ganz normal. Denn viel zu lange hatten deine Antreiber das Sagen.

Hier darfst du dein Bewusstsein - rationales Erwachsenen-Ich – zur Hilfe holen und die Situation aus einer anderen Perspektive betrachten.

Stell dir vor, deine beste Freundin wäre in deiner Situation: Was würdest du dann zu ihr sagen, wenn sie dich um Rat bittet?

Ich bin mir sicher, du würdest ihr genau das erlauben, was du dir selbst gerade noch verbietest. Du weißt also schon längst, was dir gerade wirklich guttun würde.

 💡 Das solltest du dir merken: Du weißt, was dir guttut. Jetzt ist es Zeit, für dich selbst eine gute Freundin zu sein.

Positive Seiten der Antreiber: Deine Stärken erkennen

Du hast es schon bei den Antreiber-Porträts erkannt: Antreiber sind nicht grundsätzlich schlecht.

Jeder Antreiber beinhaltet immer auch einen positiven Kern, der in vielen Alltagssituationen nicht nur hilfreich, sondern eine echte Stärke ist. 

Wenn du ihn bewusst und in der passenden Intensität einsetzt.

Antreiber und ihre Stärken

Sei perfekt!

Positiver Kern: Korrektheit, Gründlichkeit, Genauigkeit

Die Perfektionistin steht für hohe Qualität. Was nicht nur bei der Flugsicherung oder im Operationssaal absolut wünschenswert ist.

Beeil dich!

Positiver Kern: Schnelligkeit und die Fähigkeit, Chancen zu nutzen 

Die Rastlose schafft es, Projekte auch bei knappen Deadlines rechtzeitig fertigzustellen und bringt Dynamik ins Team. Routineaufgaben sind bei ihr blitzschnell erledigt. 

Streng dich an!

Positiver Kern: Gründlichkeit, Durchhaltevermögen, Fleiß

Die Kämpferin gibt nicht so leicht auf. Das hilft ihr, auch bei schwierigen und langwierigen Projekten (ein Business aufbauen, eine neue Sprache lernen oder der Kindererziehung) dranzubleiben und ihr Ziel zu erreichen.

Mach es allen recht!

Positiver Kern: Liebenswürdigkeit, Empathie, Teamfähigkeit 

Die Angepasste ist die ideale Teamplayerin. Wenn es um Konfliktlösung, Kundenorientierung und Diplomatie geht, gibt es kaum eine bessere Wahl.  

Sei stark!

Positiver Kern: Belastbarkeit, Stärke, Unabhängigkeit 

In Krisenzeiten oder Situationen, in denen ein kühler Kopf bewahrt werden muss, steht die Starke wie ein Fels in der Brandung und bietet Halt für andere. Auch für die Teamführung ist die Starke bestens geeignet.

Innere Antreiber lassen sich nicht einfach auflösen. Das ist auch nicht unser Ziel! Denn wie du gesehen hast, können deine Antreiber in bestimmten Situationen durchaus hilfreich sein.

Es geht also nicht darum, deinen Antreiber zu löschen, sondern ihn zur richtigen Zeit und im richtigen Ausmaß bewusst für dich einzusetzen.

Gleichzeitig aber auch die Situationen rechtzeitig zu erkennen, in denen dein Antreiber unangemessen stark anspringt. Und dann bewusst zu entscheiden, ob du deinem Antreiber gehorchen willst.

💡 Das solltest du dir merken:  Dein Antreiber ist keine „Schwäche“.

Wenn du ihn bewusst und der jeweiligen Situation angemessen einsetzt, unterstütz er dich nicht nur. Er wird zu einer echten Stärke.

Genau das ist die entscheidende Frage: Wie schaffst du es, deinen Antreiber bewusst zu steuern, anstatt von ihm gesteuert zu werden?

Deine(n) Antreiber zähmen – in 3 Schritten zu mehr innerer Ruhe

Die gute Nachricht ist: Alles, was du hierfür wissen musst, hast du in diesem Artikel bereits kennengelernt. Jetzt geht es darum, aus diesem Wissen eine Strategie zu entwickeln und diesen Schritt für Schritt umzusetzen.

Und zwar nicht perfekt oder mit noch mehr Druck und Müssen. Sondern so, wie es für dich im Alltag machbar ist. Und du darfst dir die Zeit geben, die du dafür brauchst.

Also lass uns direkt starten.

Schritt 1: Deine(n) Antreiber erkennen

Es reicht oft schon, deinen Antreiber im Alltag überhaupt zu bemerken, um erste Entlastung zu spüren. 

Wenn du erkennst „Ah, das ist gerade mein Antreiber.“, dann hast du nicht mehr das Gefühl, gar nicht anders reagieren zu können. 

Du erkennst deinen inneren Antreiber an den typischen Gedanken und Sätzen, die ich dir im Abschnitt „So erkennst du deine Antreiber“ vorgestellt habe. 

Aber auch Gedanken und Sätze, die mit „Ich kann doch nicht…“ oder „Ich muss doch…“ beginnen, können Hinweise auf einen aktiven Antreiber sein.

Deshalb beobachte dich in den nächsten Tagen einmal genauer. Besonders, wenn es mal wieder stressig wird:

  • Welche Stimme meldet sich dann bei dir zu Wort?
  • Welchen Antreiber kannst du dahinter erkennen?
  • Ist es in dieser Situation wirklich hilfreich, auf deinen Antreiber zu hören?

In dem Moment, in dem du deinen Antreiber erkennst, hast du zum ersten Mal wirklich eine Wahl:

Willst du ihm gehorchen? 

Oder entscheidest du dich bewusst gegen ihn, weil er dir in dieser Situation mehr schadet als nutzt?

Aber vielleicht bist du dir noch unsicher, welcher Antreiber bei dir am stärksten wirkt. Dann hilft dir mein Energieräuber-Quiz, deinen Hauptantreiber zu erkennen.

Schritt 2: Erlauber üben

Seien wir ehrlich: Auch wenn du erkannt hast, dass dir dein Antreiber in gerade mehr schadet als nutzt – es ist nicht immer leicht, ihn zu ignorieren. Zu lange hatte er das alleinige Sagen.

Deshalb solltest du deine Erlauber regelmäßig üben. 

Wähle aus der Liste der Erlauber einen für dich passenden Satz. Oder formuliere deinen persönlichen Erlaubersatz. 

Wichtig ist, dass sich dieser Satz für dich wirklich stimmig anfühlt. 

Und dann übe diesen Satz täglich.

Morgens im Bad zwischen Waschen und Zähneputzen. Auf dem Weg zur Arbeit. Beim Einkaufen. 

Du kannst ihn dir in deinen Gedanken sagen. Effektiver ist es aber, wenn du ihn wirklich laut und mit Überzeugung aussprichst. 

Das mag sich am Anfang etwas seltsam anfühlen. Mit der Zeit wird es aber ganz normal für dich sein. Und dein Erlauber wird mit jeder Wiederholung stärker.

Der 3. Schritt: Neue Erfahrungen machen

Deine Antreiber sind so stark, weil sie über Jahrzehnte durch deine Erfahrungen bestätigt wurden.

Jetzt geht es darum, ganz bewusst neue Erfahrungen zu machen.

Zu erleben, dass du auch dann OK bist, wenn du deinem Antreiber nicht immer folgst.

Dass du trotzdem akzeptiert wirst. Dass Freundschaften und Beziehungen bestehen bleiben. Und dass nichts „Schlimmes“ passiert.

Je öfter du diese neue Erfahrung machst, desto stärker wird sie. Mit der Zeit wird so auch dein Erlauber zunehmend stärker und dein Antreiber hat immer weniger Einfluss auf dein Verhalten. Dann kann dein rationales Erwachsenen-Ich frei wählen, welche Alternative gerade wirklich am besten für dich ist.

So einfach diese Strategie auch ist, so hat sie doch einen Nachteil. Und genau hier wird es für viele schwierig.

Diese Strategie beruht auf Bewusstseinsarbeit.

  • Du erkennst bewusst, was gerade in dir abläuft.
  • Du übst bewusst dein neues Verhalten im Alltag.
  • Du entscheidest dich immer wieder bewusst.

Genau das ist der Grund, warum viele an diesem Punkt scheitern. Es liegt nicht am fehlenden Wissen sondern daran, dass Veränderung auf dieser Ebene meistens viel Kraft kostet.

Bewusste Verhaltensänderung erfordert Zeit, Geduld und Nachsicht mit dir selbst.

Gerade unter Stress handeln wir aber häufig völlig unbewusst und automatisiert. Es ist also ganz normal, wenn du immer wieder in alte Verhaltensmuster zurückfällst.

Aber es gibt eine Möglichkeit, diesen Prozess deutlich zu beschleunigen. Indem du nicht nur auf Bewusstseinsebene ansetzt, sondern auch dort, wo die Automatismen gespeichert sind: In deinem Unterbewusstsein.

Der Gamechanger für ein entspanntes Leben: Hypnose

Wie oft hast du schon gedacht „Ich weiß ja eigentlich genau, was ich tun müsste. Ich schaff es nur einfach im Alltag nicht.“

Genau hier liegt das Problem: Der Alltag mit all den Entscheidungen, die wir tagtäglich treffen müssen. Du weißt: Wenn du eine neue Verhaltensweise übst, musst du das bewusst tun. Ähnlich wie ein Muskel ermüdet auch deine Fähigkeit, bewusst gute Entscheidungen zu treffen im Laufe des Tages. Dafür gibt es sogar einen Fachbegriff: Entscheidungsmüdigkeit (decision fatigue). 6

In diesem Moment springen wieder deine alten Muster ein. Denn hier musst du nicht nachdenken und entscheiden. Sie laufen völlig automatisiert ab. 

Mit Hypnose kannst du diese Muster aber unterbrechen. Und zwar an verschiedenen Stellen:

  1. Du kannst deine Antreiber gezielt abschwächen.
  2. Du kannst deine Erlauber im Unterbewusstsein verankern
  3. Und du kannst neue Verhaltensmuster in Hypnose durchspielen und direkt „erleben“. Denn dein Gehirn reagiert auf intensive Vorstellung sehr ähnlich wie auf reale Erfahrungen und du verankerst dein gewünschtes Verhalten dadurch deutlich schneller.

Bedeutet das, dass du nach der Hypnose gar nicht mehr bewusst entscheiden musst?

Nein. Und das wäre auch nicht sinnvoll. 

Aber Hypnose macht es möglich, dass dir diese Entscheidungen viel leichter fallen. 

Weil du nicht mehr gegen deinen Antreiber kämpfen musst, sondern frei entscheiden kannst, was dir jetzt gerade wirklich guttut.

Vom inneren Antreiber zur persönlichen Stärke

Jeder von uns kennt sie: Die inneren Antreiber.

Sei perfekt! Mach schnell! Streng dich an! Mach es allen recht! Sei stark!

Deine Antreiber geben dir eine einfache Regel, wie du dich verhalten musst, um „OK“ zu sein.

Früher haben sie dir Sicherheit gegeben. Und genau deshalb sind sie heute noch so stark. Selbst wenn sie dir heute oft mehr schaden als nutzen und dich immer weiter in die Stressspirale treiben.

Diese Stimmen sind ein Teil von dir. Aber sie bestimmen nicht, wer du bist.

Du weißt jetzt, wie du sie erkennst. Und du darfst beginnen, sie bewusst zu hinterfragen: 

  • Hilft dir dein Antreiber in der aktuellen Situation? 
  • Oder gibst du dir selbst die Erlaubnis, bewusst anders zu handeln?

Es geht nicht darum, deine Antreiber vollständig aufzulösen, sondern sie bewusst, gezielt und im richtigen Maß für dich einzusetzen. Endlich wieder selbstbestimmt Entscheidungen zu treffen und aus deinem Antreiber dadurch zu einer echten Stärke zu machen.

Quellen:

1) Neukom, M., Kiel, V., Meier, R. und Storch, M. (2013). Coachinggrundlagen aus der Sicht weiterer Beratungsansätze. In Lippmann, E. (Hrsg.), Coaching. Angewandte Psychologie für die Beratungspraxis. (3., überarbeitete Auflage, S. 66). Springer.

2) Gamber, P. (2016). Transaktionsanalyse für Dummies (1. Auflage). Wiley.

3) Ross, U. H., & Fritzsche, K. (Jahr). Burnout-Prävention. In K. Fritzsche, W. Geigges, D. Richter, & M. Wirsching (Hrsg.), Psychosomatische Grundversorgung (2., vollständig überarbeitete und aktualisierte Auflage). Springer.

4) Frohme, G. & Schmale-Riedel, A. (2009). Psychodynamik von Antreibern. VFP. Abgerufen am 2. April 2026, von https://vfp.de/magazine/freie-psychotherapie/alle-ausgaben/heft-04-2009/psychodynamik-von-antreibern.

5) Mathesius, R. & Scholz, W.-U. (2014) Multimodale Stresskompetenz (MMSK). Pabst.

6) Pignatiello, G. A., Martin, R. J., & Hickman, R. L., Jr (2020). Decision fatigue: A conceptual analysis. Journal of health psychology, 25(1), 123–135. https://doi.org/10.1177/1359105318763510

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