Hypnose = Kontrollverlust – Mythos oder Wahrheit?

Hypnose für dein Wohlfühl-Ich

„Weißt du, Caro: Hypnose löst bei mir auch immer Respekt aus, weil Kontrolle verlieren, loslassen, das ist für mich ein großes Thema.“

Dieser Satz einer Kundin hat mir wieder einmal bewusst gemacht, dass Hypnose von vielen Mythen und Irrtümern umgeben ist. Deshalb will ich in diesem Artikel einige dieser Irrtümer genauer beleuchten. Und vor allem richtigstellen.

Nur so viel vorab: Hypnose ist alles andere als Kontrollverlust!

Ganz im Gegenteil. Durch Hypnose gewinnst du sogar die Kontrolle zurück. 
Aber dazu später mehr…

Lass uns zuerst einmal 3 typische Mythen betrachten, die dazu führen, dass Hypnose so häufig mit Kontrollverlust verwechselt wird.

Mythos 1: Hypnose = Schlaf

Vielleicht hast du schon einmal eine Hypnose-Show gesehen? 

„Schlaf“ – ein kurzes Kommando vom Hypnotiseur und der Teilnehmer sackt in sich zusammen. Es wirkt tatsächlich so, als ob er tief und fest schlafen würde.

Tatsächlich findet sogar man im Online-Duden folgende Definition der Hypnose:

„schlafähnlicher Bewusstseinszustand, der von jemandem durch Suggestion herbeigeführt werden kann und in dem die Willens- und teilweise auch die körperlichen Funktionen leicht zu beeinflussen sind“ 1

Wenn sogar der Duden Hypnose als schlafähnlichen Zustand beschreibt, dann muss es auch so sein, oder?

Nicht ganz.

Richtig ist, dass es oft so aussieht, als würden die Teilnehmer einer Hypnose schlafen.

Tatsächlich aber ist Hypnose eindeutig vom Schlaf zu unterscheiden. Und zwar mit wissenschaftlichen Mitteln. 

Im EEG zeigen sich bei Hypnose vor allem niedrigamplitudige Alpha-Wellen. Ein erhöhter Anteil dieser Wellen meist mit einer entspannten Wachheit assoziiert. 

Schlaf hingegen ist durch niedrigamplitude Delta- und Thetawellen charakterisiert. 2

Was diese Wellen genau sind, ist hier nicht wirklich relevant – wichtig ist, dass sich Schlaf und Hypnosezustand ganz klar unterscheiden lassen.

Du brauchst also keine Angst zu haben, dass du in Hypnose schläfst und „so tief weg“ bist, dass du nichts mehr mitbekommst. Das EEG zeigt, dass du in Hypnose zwar entspannt, aber wach bist. 

In Hypnose bist du sogar besonders fokussiert. Nur eben nicht auf die Dinge, die um dich herum geschehen. Du nimmst alles um dich herum noch wahr und hörst alle Geräusche. Aber all das ist in diesem Moment einfach unwichtig. Denn du bist voll auf das eine Thema konzentriert, das du mit der Hypnose bearbeiten möchtest. 

So weit so gut. Dass Hypnose kein Schlaf ist, hätten wir geklärt.

Aber wie sieht es mit der nächsten Behauptung des Dudens aus, dass in Hypnose die Willensfunktionen leicht zu beeinflussen seien?

Und vor allem: Durch wen?

Mythos 2: In Hypnose mache ich, was der Hypnotiseur will.

Bleiben wir bei dem Beispiel der Show-Hypnose.

Und seien wir mal ehrlich: Das faszinierende daran ist doch, dass die Teilnehmer wirklich alles machen, was der Hypnotiseur ihnen befiehlt. 

Es wirkt tatsächlich so, als ob sie dem Willen des Hypnotiseurs ausgeliefert sind. 

In Hollywoodfilmen bringen Hypnotiseure ihre Opfer sogar dazu, Verbrechen zu begehen. Eine wirklich beängstigende Vorstellung.

Was ist also dran an dieser Darstellung?

Kurz gesagt: Nichts!

Zumindest, wenn es um die Frage geht, ob du in Hypnose dem Willen des Hypnotiseurs ausgeliefert bist.

Was Show-Hypnose angeht: Ja, die Teilnehmer machen zum Teil wirklich schräge Sachen. Aber das funktioniert nur, weil sie selbst dazu bereit sind.

Ein guter Show-Hypnotiseur weiß genau, wie er diese Teilnehmer erkennen kann. Und er wählt sie vorab ganz gezielt aus.

Was sicher ist: Niemand kann in deine Gedanken eindringen und dich zu Dingen bewegen, die du nicht tun willst. Auch nicht der beste Hypnotiseur der Welt.

Du wirst nie gegen deine inneren Überzeugungen handeln. Du wirst auch keine Geheimnisse ausplaudern, wenn du nicht möchtest.

Als Hypnotiseur bin ich deine Begleiterin. Ich schlage dir die besten Wege vor. Ob du sie gehen willst, entscheidest alleine du.

Was außerdem wichtig ist, damit die Hypnose funktioniert, ist Vertrauen. Vertrauen in dich und natürlich auch den Hypnotiseur. Die Chemie muss passen, dann kannst du dich auch entspannt auf diese Reise einlassen.

Mythos 3: Was ist, wenn ich in der Hypnose steckenbleibe?

Hilflos in den Tiefen der Hypnose festzustecken und nicht mehr allein herauszufinden.

Ein beängstigender Gedanke, oder?

Aber auch hier können wir es kurz machen: Das wird nicht passieren.

Weil die hypnotische Trance kein unnatürlicher Zustand ist, sondern ein Zustand, den du selbst schon oft erlebt hast. Zum Beispiel, wenn du so in ein Buch vertieft warst, dass du Zeit und Raum um dich herum vergessen hast. Oder wenn du bei einer Autofahrt plötzlich am Ziel bist und vom Weg gar nichts mitbekommen hast.

Das einzige, was passieren kann: Du fühlst dich in der Trancetiefe, in der du gerade bist so wohl, dass du im Augenblick nicht ins Hier und Jetzt zurückkommen möchtest.

Aber auch hier gibt es Techniken, mit denen ich dich ganz sanft wieder aus der Trance herausführen kann.

Was außerdem bei Audio-Hypnosen vorkommen kann: Dass du wirklich einschläfst. 

Denn nicht selten ist die hypnotische Trance einfach ein unglaublich entspannter Zustand. Viele meiner Kundinnen nutzen ihre Hypnose-Audios genau hierfür: Um entspannt einzuschlafen.

Wenn du auf Nummer Sicher gehen möchtest, dann stell dir einfach einen Wecker und nimm dir im Anschluss noch 15 Minuten Zeit, um wieder ganz wach zu werden.

Du siehst also: Auch der Mythos vom Steckenbleiben in Hypnose ist genau das: Ein Mythos

Mit Hypnose Kontrolle (zurück-)gewinnen

Der Gedanke, die Kontrolle zu verlieren, ist für viele Menschen ein beängstigender Gedanke. Sie fühlen sich dann hilflos und ausgeliefert.

Warum ist das so?

Ein gutes Beispiel ist das Autofahren. Solange wir die Kontrolle über unser Fahrzeug haben, fühlen wir uns sicher. 

Wenn wir aber bei Glatteis oder Aquaplaning die Kontrolle verlieren, kann es schnell gefährlich werden.

Kontrolle zu haben gibt uns ein Gefühl von Sicherheit. Und Sicherheit ist ein Grundbedürfnis.

Solange wir die Kontrolle haben, bestimmen wir selbst, was passiert. Wir entscheiden bewusst, was wir tun. Oder glauben es zumindest.

Die Realität sieht aber oft anders aus. 

Denn viele unserer Entscheidungen treffen wir nicht bewusst, sondern unbewusst. Aus alten Glaubenssätzen, Überzeugungen und Mustern heraus.

Und wundern uns dann, warum wir nicht das tun, was wir eigentlich tun wollten. Zum Beispiel einfach mal Nein sagen, weniger perfektionistisch sein, gesünder essen oder sich einfach wieder ausreichende Zeit zum Erholen nehmen. 

Genau hier kommt Hypnose ins Spiel. Sie kann dir helfen, dich aus diesen alten Mustern zu befreien und selbst wieder das Steuer in die Hand zu nehmen.  Anstatt dich weiter vom Autopiloten deiner Muster und Gewohnheiten lenken zu lassen.

Hypnose ist also alles andere als Kontrollverlust. Sie gibt dir vielmehr die Kontrolle über deine Entscheidungen zurück.

Das ist für mich echte Freiheit.

Fazit: Kontrollverlust in Hypnose ist ein Mythos

Hypnose löst bei vielen Menschen noch ein Gefühl von Unbehagen aus. Denn leider gibt es immer noch viele falsche Vorstellungen und Mythen zur Hypnose.

Aber du weißt jetzt, dass du keine Angst vor Hypnose zu haben brauchst. 

Denn Hypnose ist kein Schlaf, sondern ein entspannter Wachzustand. Du nimmst alles um dich herum wahr und bist deshalb auch jederzeit in der Lage, zu reagieren. 

Du bist auch nicht dem Willen des Hypnotiseurs unterworfen. Du alleine entscheidest, was du tun und sagen möchtest. 

Und du brauchst auch keine Angst zu haben, dass du in der Hypnose „steckenbleibst“. Du wirst immer wieder ins Hier und Jetzt zurückfinden. 

Hypnose ist also kein Kontrollverlust. Sie kann dir im Gegenteil Kontrolle zurückgeben. Denn mit Hypnose können Erfahrungen neu bewertet und unbewusste Muster und Gewohnheiten aufgelöst oder verändert werden.

Hypnose ist ein effektives Werkzeug, um nachhaltige Veränderung möglich zu machen. Dabei spielt nicht der Hypnotiseur die Hauptrolle, sondern du. Denn du allein bist es, die die Kontrolle hat. 

Genau das habe ich auch meiner Kundin erklärt. Sie konnte sich daraufhin auf die Hypnose einlassen und schrieb mir 3 Wochen später diese Nachricht:

„Erst dachte ich, da tut sich nicht viel, aber inzwischen merke ich irgendwie eine gewisse Leichtigkeit und sehe Perspektiven, wo ich vorher schon ewig stagniert habe.
Ich hab seit Jahren wieder voller Freude vorm Spiegel und ganz für mich getanzt. Das hat sich unglaublich gut angefühlt.“

  1. Hypnose. www.duden.de. https://www.duden.de/rechtschreibung/Hypnose, zuletzt abgerufen am 22.2.2026 ↩︎
  2. Halsband, U. (2009). Neurobiologie der Hypnose. In: Revenstorf, D., Peter, B. (Hrsg.), Hypnose in Psychotherapie, Psychosomatik und Medizin. Springer, Berlin, Heidelberg.  ↩︎
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Für ein Leben, das sich wieder echt anfühlt: Glücklich, frei und selbstbestimmt.

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1 Kommentar

  1. Petra

    Liebe Caro, mit Fasziniation habe ich gerade gelesen, dass man mit Hypnose die Kontrolle zurückgewinnt! Das ist ein toller Augenöffner -und ja, wir leben in so großen Teilen auf „Autopilot“ dass es bei den Themen, die uns wirklich wichtig sind, auch immer wieder in die unbewusste Steuerung fallen. Das heißt bei den unliebsamen Verhaltensweisen kann man mit Hypnose super gegensteuern! 🙂 Da eröffnen sich viele Möglichkeiten, die „nicht förderlichen“ Routinen zu unterbrechen… Sehr gute Aussichten!! Liebe Grüße, Petra

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